Der neue Herd

 

Was einem so vor Weihnachten passieren kann:

 

Warmes Wasser!!! Nicht nur warmes Wasser auf meinem Gesicht. Es durchströmt mich am ganzen Körper. Endlich warmes Wasser. In den letzten Wochen war die 2Finger-Technik gefragt. Daß es am Morgen kalt ist, das bin ich um diese Jahreszeit schon von Kindheit an gewohnt, aber drei Wochen lang kein warmes Wasser, daran kann ich mich nicht erinnern.

 

Mitte November, ein Samstag! Die Küche schwimmt. Der Herd ist leck (Unsere Heizung funktioniert mit dem Küchenherd, der enthält Wasserschlangen – und durch das Beheizen werden auch die oberen Zimmer warm). Erst am Montag war ein Installateur zu bekommen. „Da muß der Schmied her zum Schweißen“, meint er. Der Schmied probiert’s und sagt: „Das hat keinen Zweck. Es muß ein neuer her.“ Was für einen WOLLEN wir? In der heutigen Zeit ist man verwöhnt aus einer Vielzahl auszusuchen. Nix da. Ein einziges Modell gibt es lagernd – und eine Woche Lieferzeit. Bei anderen Geräten mindesten 4 Wochen warten! Also bestellt. Eine Woche keine warmes Wasser. Der neue Herd kommt. Einen Tag davor flexe ich die 2 alten, dicken Leitungen ab. Die Flexscheibe ist nicht groß genug. So muß die alte Eisensäge herhalten. Ich komme ins Schwitzen. Schließlich schaffe ich es doch. Der schwere Herd muß raus. Schremmen heißt’s – der neue Herd hat nicht die gleichen Maße. Kurt putzt das Ofenloch ein und gleicht den Boden aus. Es wäre auch ein Wunder, wenn das alte Bauernhaus waagrecht stehen täte. Wir stellen den neuen Herd hin. Nicht 2 Anschlüsse – nein 5! thermische Ablaufsicherung, und, und – die heutige Technik verlangt das. Der Installateur kommt einmal, zweimal, ich weiß nicht mehr wie oft. Es fuxt ihn. Wieder eine Woche ohne warmes Wasser. Er kommt sogar am Sonntag. Wieder nicht fertig. Am 7. Dezember ist es schließlich soweit. Alles gemacht. Ich sitze bei mir oben vor dem Computer – wo sonst?! Der Installateur ruft: „Alles fertig, ihr könnt einheizen.“ Ich will runterlaufen, eile am Bett vorbei. Oh Schreck, überall Wasser. Aus dem Heizkörper spritzt eine Fontäne. Der Installateur lötet den Radiator. Alles wieder dicht. Leider ist das Wasser auch in Anitas Zimmer hinunter gelaufen. Zum Glück läßt sich alles aufwischen.

 

Wir heizen ein. Kurt kommt auch. Es wird warm. Wunderbar! Die thermische Ablaufsicherung schaltet sich ein. Das Wasser läuft aus und hört nicht mehr auf. Ich rufe den Installateur an. Er meldet sich nicht. Es ist schon 21 Uhr. Wir überprüfen noch einmal alle Leitungen. Kurt stellt fest, daß noch eine geschlossen ist. Öffnen! Die Sicherung lässt sich hineindrücken – das Wasser läuft nicht mehr aus. Der Installateur meldet sich. Er meint, jetzt müßte es funktionieren. Wir heizen wieder ein. Halten Wache. Um 23 Uhr ist immer noch alles okay. Ich will eine Flasche Sekt holen; der Hermann ist schneller – der Prosecco steht schon auf dem Tisch. Wir genehmigen uns ein Gläschen. Nicht nur eins.

 

So geht’s zu bei uns in den Bergen – hier am Achlhof.

 

 PS: In diesem Sinne, jedem warmes Wasser und eine warme Bleibe.

Wasser
Glück
Kinderherzen
Unser Achlhof
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